Reinhardt ist einziger stimmberechtigter Gesellschafter der Holding. Deren Strukturen werden nach der überraschenden Abberufung des einstigen Geschäftsführers Horst-Michael Arndt Mitte Januar nun generell unter die Lupe genommen. Die Holding hat neun Tochterfirmen, darunter den Ruppiner Catering Service (RCS) mit gut 250 Mitarbeitern. Der RCS kümmert sich um die Verpflegung der Krankenhauspatienten und betreibt das Restaurant „La Caleta“, das direkt am Ruppiner See liegt und im Mai 2009 eröffnet wurde. Chefin war bis vor Kurzem Annett Arndt (31), die Tochter des langjährigen Klinikchefs Arndt. Doch die Holding hat sich in der vergangenen Woche von Annett Arndt getrennt. Für das Restaurant gebe es jetzt eine „Interimslösung“, teilte Verena Clasen, Pressesprecherin der Holding, mit. Wie diese Lösung aussieht, das verriet Clasen aber nicht.
Indes bezweifelt CDU- Kreischef Jan Redmann, dass es überhaupt zu den Aufgaben eines kommunalen Unternehmens gehört, ein Restaurant zu betreiben. Redmann bezeichnete dies beim Neujahrsempfang der CDU am Sonntag als „Auswuchs“, über den man reden müsse (die MAZ berichtete).
Zugleich hatte Redmann für die Holding einen Experten gefordert, der das Einhalten der Kommunalverfassung und von anderen Verhaltensregeln überwacht. Dieser Forderung erteilte Landrat Reinhardt gestern aber eine Absage. Es sei Sache des kaufmännischen Geschäftsführers der Holding, das Einhalten der Gesetze im Auge zu behalten.
Seit der Abberufung von Horst-Michael Arndt als kaufmännischer Geschäftsführer hat diese Aufgabe Matthias Voth (41) mit übernommen. Der Arzt hatte sich zuvor lediglich um den medizinischen Bereich gekümmert – und wird sich in absehbarer Zeit wohl auch darauf wieder konzentrieren können. Denn die Holding soll wieder einen eigenen kaufmännischen Geschäftsführer erhalten. Noch ist dieser Posten aber nicht ausgeschrieben. Wann das passieren wird, das konnte Landrat Reinhardt gestern nicht sagen. (Von Andreas Vogel)




