Presse
08.09.2010, 08:13 Uhr | Märkische Allgemeine Zeitung / Dirk Klauke
Heidezukunft CDU-Politiker aus Bund-, Land- und Landkreis besichtigen Ex-Bombodrom 07.09.2010
Kommunale Zielvorgabe für Land und Bund
KUHLMÜHLE - „Wir müssen verbal abrüsten. Es ist Zeit, endlich Zukunft zu gestalten“, sagte CDU-Landtagsmitglied Dierk Homeyer nach seinem Besuch des Truppenübungsplatzes Wittstock. Unionsmitglied Jens Koeppen aus dem Bundestag wandte sich gegen Brandbriefe anderer Parteien, die am liebsten einen Zaun ums 12 000 Hektar große Gelände ziehen und es als „Wolfserwartungsland“ sich selbst überlassen wollen.

Ostprignitz-Ruppins CDU-Kreisvorsitzender Jan Redmann plädierte dafür, dass die Wittstocker mit weiteren Vertretern der Region konkret sagen, was sie in der Kyritz-Ruppiner Heide tun wollen. Redmann: „Wir müssen einen Grund für die Munitionsberäumung benennen.“ Die Bundeswehr führte die Christdemokraten und den Wittstocker Bürgermeister Jörg Gehrmann gestern durchs munitionsverseuchte Gelände. Einig waren sich die Bundes-, Landes- und Kreispolitiker darin, dass die Kommune ihr Ziel benennen muss und dann das Land und der Bund in die Pflicht zu nehmen sind.

Bürgermeister Gehrmann zufolge ist die Kommunale Arbeitsgemeinschaft (AG) für die zivile Nutzung der Kyritz-Ruppiner Heide auf einem guten Weg, gemeinsame Ziele zu erarbeiten. Die Dossestadt ist Mitglied in der AG.

Einig waren sich die Besucher gestern auch darin, dass es nicht möglich sein wird, das Gelände komplett von Munitionsresten zu beräumen. Jens Koeppen sprach von geschätzten 1,5 Millionen Blindgängern und Beräumungskosten von 400 Millionen bis 500 Millionen Euro, dies wäre „ein Auftrag für Generationen.“ Wichtiger erscheint dem Bundestagsmitglied, dass sich das Land an der Kofinanzierung für EU-Mittel beteilige, die für Konversion beantragt werden können. Das Land versuche, die Kofinanzierung zu stoppen. Außerdem gab er zu, dass es bei Unionskollegen aus anderen Bundesländern „keine überschäumende Solidarität“ gebe, wenn es um die zivile Nutzung der Kyritz-Ruppiner Heide gehe.

Jörg Gehrmann hofft auf den Landtags-Wirtschaftsausschuss, der sich im November in Wittstock mit der Zukunft des Ex-Bombodroms befasst. (Von Dirk Klauke)

Quelle: Märkische Allgemeine Zeitung

aktualisiert von Sebastian Steineke, 08.09.2010, 08:15 Uhr
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